DER VERSTEINERTE WALD

Der Versteinerte Wald von Lesbos ist eines der schönsten und seltensten Denkmäler des geologischen Erbes weltweit, er ist einer der zwei größten versteinerten Wälder der Welt, der andere ist in Arizona zu Hause. Versteinerte Stämme sind auf einer Fläche von 150 Quadratkilometern verstreut in einem Gebiet, das durch den Dörfern Sigri, Eressos und Antissa an der westlichen Seite der Insel umgeben ist. Einzelne Fossilien liegen in vielen anderen Teilen der Insel, darunter in den Dörfern Molyvos, Polichnitos, Plomari, Akrasi.

Die Bildung des versteinerten Waldes wird mit der intensiven vulkanischen Aktivität verbunden, die am Ende des Oligozäns bis Mitte des Miozäns in Lesbos stattfand, vor etwa 20 Millionen Jahren. Diese Aktivität hat, außer Lava, pyroklastische Materialien und Vulkanasche (Asche) erzeugt, diese Materialien haben die Flora der Gegend bedeckt, und zwar in sehr kurzer Zeit. Diese Bedeckung führte zur Isolierung der organischen Materialien der Pflanzen von der Atmosphäre. Der vulkanischen Aktivität folgte die Erzeugung von hydrothermalen Lösungen reich an Siliziumdioxid (SiO2).  Diese Lösungen haben die Asche befeuchtet, die die Stämme der Bäume bedeckt hatte, was den Beginn ihrer Versteinerung signalisierte, als das organische Material der Holzstämme durch Kieselsäure allmählich ersetzt wurde. Die Diagenesis (Versteinerung), wie dieser Prozess genannt wird, fand unter nahezu idealen Bedingungen statt. Die morphologischen Eigenschaften der Holzstämme, wie die Jahresringe, Anomalien der äußeren Rinde usw. sind in ausgezeichnetem Zustand erhalten.

Der Versteinerte Wald von Lesbos wurde als Naturdenkmal benannt und ist unter Denkmalschutz seit 1985, laut Gesetzblatt 160/A/ 1985. Im Jahr 1987 fanden die ersten Grabungen im Park Versteinerter Wald von Lesbos statt, der erste Park, der erstellt wurde,  während ab 1997 systematisch vom Museum der Naturgeschichte des versteinerten Waldes von Lesbos Ausgrabungen durchgeführt werden. Das Museum wurde 1994 in Sigri gegründet und zielt darauf ab, das Phänomen weiter zu forschen, aber auch den Versteinerten Wald hervorzuheben und zu schützen. Seit dem Jahr 2000 ist das Museum ein Gründungsmitglied der Europäischen Geoparks und im Jahr 2004 wurde es in der UNESCO-Geoparks Netzwerk mit enthalten. 

Es gibt fünf weitere Schutzgebiete, den Plaka Park, Sigri Park, Megalonisi Park und Chamandroula Park. Im Jahr 2012, nach einer relativen Empfehlung, wurde die Fläche des geschützten Geoparks erweitert, um so die gesamte Insel Lesbos aufzunehmen.

 Die Besucher des versteinerten Waldes können das Museum besuchen, sowie die unterschiedliche Parks, wo verschiedene Konzentrationen von versteinerten Stämmen zu finden sind. Diese Parks sind: der Park des versteinerten Waldes, der Park von Sigri, der Park von Plaka  und der Park auf der Insel Megalonisi.  Auch Wanderwege wurden erstellt, die die fossil führenden Standorte verbinden.

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Ansicht der zweiten Route des Parks des Versteinerten Waldes

Der Park des Versteinerten Waldes  ist der erste Park der entworfen wurde und gilt als Kern des versteinerten Wald von Lesbos. Im Park gibt es markierte Wege, die den Besucher zu den wichtigsten Konzentrationen an Fossilien führen. Insbesondere gibt es vier thematische Routen in den Park. Von den Wanderwegen abgesehen gibt es noch im Park einen Außenposten, Erfrischungsladen, Rastplätze, Steinbrunnen und WC.  

Die erste Route hat eine Länge von 300 Metern und trägt den Titel "Die Entdeckung des Versteinerten Waldes der Koniferen." Sie beginnt am Parkeingang und reicht bis zum panoramischen  Aussichtspunkt am östlichen Ende des Parks. Von dieser Position aus starten die restlichen drei Routen.

 Der zweite Weg ist 1.121 Meter lang und trägt den Titel "Untersuchung der Geheimnisse der Schöpfung des Versteinerten Waldes".

Der dritte Weg ist der längste mit einer Länge von 2.100 Metern und trägt den Titel "Wandern im Sequoia Wald." Diese Route verbindet die größeren Stämme, die Urformen des Baumes Sequoia sind und gehört zur Spezies Taxodioxylo.

Die vierte Strecke ist 556 Meter lang und hat den Titel "Wandern im Wald von Protopinaceae".  Diese Strecke ist von besonderem wissenschaftlichem Interesse, da sie zwischen den Stämmen der Spezies Pinoxylon paradoxum leitet, die im Park identifiziert wurde.

Der Sigri Park befindet sich neben dem Museumsgebäude, im Dorf Sigri. Er umfasst mehrere Wurzelknoten und Wurzelsysteme von Bäumen in voller Entwicklung. Die verschiedenen Standorte der Fossilien werden durch Pfade verbunden. Der Plaka Park liegt 700 Meter südlich von Sigri entfernt. In Plaka gibt es einen Außenposten, Erfrischungsladen und Rastplätze. Im Jahr 2000 wurde dort der größte bekannte versteinerte Stamm entdeckt, mit einem Umfang von 13,7 Metern und einem Durchmesser von 3,7 Metern. Der Park Megalonisi (Nisiopi) befindet sich auf der Insel Megalonisi, die die Bucht von Sigri schließt. Die Insel ist mit dem Boot erreichbar und beherbergt mehrere fossil führende Seiten. Weitere Parks sind Chamandroula Park in der Nähe von Eressos und Skamioudas Park in Antissa, das außerhalb der Grenzen des geschützten Waldgebietes liegt.